Die Gewinner 2016

Kölner Junge Autoren Award 2016

Unsere Gewinner für den Kölner Junge Autoren Award 2016 stehen fest.

Die Laudatio hielt Wolfgang Bosbach, MdB und Schirmherr des Kölner Junge Autoren Awards

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Lea Hartmanns aus Osterholz-Scharmbeck mit dem Kurzkrimi VERGELTUNG

Sie stehen sich gegenüber. So nahe, dass sie seinen Schweiß riechen kann und er ihre Angst. Das Herz hüpft in ihrer Brust auf und ab, flattert wie ein verirrter Vogel auf der Suche nach Freiheit. Ihr Leib bebt. Ihr Innenleben, all das, woran sie jahrelang geglaubt hat, ist in seinen Grundfesten erschüttert. Ihr Körper ein Seismograph, der spürt, dass die Welt, so wie sie war, in wenigen Augenblicken aus den Fugen gerissen wird. Er blickt höhnisch auf sie herab. »Das wagst du nicht.«
Unbändiger Hass lodert in ihr auf und doch hat sie furchtbare Angst. Sie würde im Moment alles dafür geben, ihn sterben zu sehen und möchte gleichzeitig nichts lieber, als von hier zu verschwinden.
Sie verstärkt den Griff um die Pistole und richtet die Mündung auf ihn. […]

Das Urteil der Jury:
Die Autorin vermag mit sparsamen Mitteln die widerstreitenden Gefühle von Schuld und Unschuld, von Wut und Trauer nachvollziehbar und eindringlich darzustellen. Mit einer unprätentiösen und gradlinigen Sprache schildert sie einfühlsam, wie die Frau sich im Verlauf der Situation wappnet, das Ungeheuerliche zu tun.

Den gesamten Kurzkrimi VERGELTUNG könnt Ihr hier nachlesen.

 

jana_waldorf 2. Platz

Jana Waldorf aus Leverkusen mit dem Kurzkrimi TOTENLIED

Schmatzen. Ein widerliches Geräusch.Widerlich, wenn es von Menschen kommt und noch widerlicher, wenn es vom Boden kommt.
Der Schlamm klebt an seinen Schuhen, zieht ihn zu sich; er verstärkt die Schwerkraft. Ziehen in Richtung seines Ziels, Ziehen in Richtung eines heillosen Morasts aus Wahrheiten, aus Unwahrheiten und aus den Wahrheiten, die man belegen kann. Über dem Feld steigt ein dichter Nebel auf, gefüllt mit den Geistern der Musik und der Jubelrufe, die hier vorgestern noch ausgestoßen wurden.
Es ist heiß und riecht nach abgestandenem Bier. Aus der immer grauen Sommerwolkenwand bricht ein blendend helles Licht hervor. 20 Meter vor ihm liegt eine kleine Zeltgruppe. Die letzten Zelte auf dem Platz. Der Tatort. […]

Das Urteil der Jury:
Die Autorin erschafft eine dichte und beklemmende Atmosphäre, die den Leser schnell gefangen nimmt. Es gelingt ihr mit einer konzentrierten und knappen Sprache eine spannende Geschichte zu erzählen und uns den Seelenzustand des Ermittlers nahezubringen […]

Den gesamten Kurzkrimi TOTENLIED könnt Ihr hier nachlesen.

 

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Anneke Maurer aus Hamburg mit dem Kurzkrimi KAMILLENSTRAßE NR. 13 oder WARUM ROBERT EIN BAD IN DER WASCHMASCHINE NAHM

Bis zu diesem Moment war es recht friedlich im Mietshaus in der Kamillenstraße Nr. 13 gewesen, von ein paar nicht ernstzunehmenden Nachtbarschaftsstreitereien abgesehen. Doch als Svenja, ertse Etage gleich rechts, an diesem Nachmittag hinunter in den Wäschekeller ging, um eine Buntwäsche aufzusetzen, änderte sich das schlagartig. Denn in der Waschmaschine steckte schon jemand – Robert… Er war tot.  […]

Das Urteil der Jury:
„Als sie die Waschmaschine aufzog, strömte der widerliche Geruch von totem, verwesendem Fleisch in den Raum“, was so drastisch beginnt, entpuppt sich bald als humorvoller und anrührender Krimi in bester ‚Who done it?‘ Tradition. […]

Den gesamten Kurzkrimi KAMILLENSTRAßE NR. 13 oder WARUM ROBERT EIN BAD IN DER WASCHMASCHINE NAHM könnt Ihr hier nachlesen.